Aus der Serie „Detroit“

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Zigmund Tyminski und seine, wie er sie nennt, Adoptivmutter Tekla Hrynczuk, in ihrer Küche, nachdem sie sich gegenseitig die Geschichten erzählt haben, wie ihre Kinder umgekommen sind, Zigmund, 62, arbeitet hin und wieder als Zimmermann, hat Krebs und ist Alkoholiker, als er zwei Monate alt war, wurde er so schwer von seinem Vater misshandelt, dass er auf einem Auge erblindet ist, mit 13 hat er die Leiche seines Vaters gefunden, dies war, wie er sagt, der glücklichste Tag seines Lebens, er wurde zehn Mal in seinem Leben niedergestochen und hat drei Menschen aus Notwehr getötet, wurde dafür aber nie belangt, seine Familie stammt ursprünglich aus Polen. Tekla ist 90 Jahre alt und hat neun Jahre in Deutschland gelebt, bevor sie 1949 in die USA gezogen ist, die beiden haben sich kennengelernt, als Siegmund Reparaturarbeiten an ihrem Haus durchgeführt hat, Hamtramck, Detroit, Michigan, USA, 2009

Aus der Serie „Detroit“

 

„Ich bin auch in den Suburbs gewesen, in denen die Weißen wohnen. Kleine, langweilige Siedlungen, in denen ein Haus wie das andere aussieht, davor ein Streifen Rasen, und der wird samstags gemäht. Es wirkt alles intakt, aber es könnte überall stehen. Der Kern der Stadt aber, das was sie einzigartig macht und woran sie wiederzuerkennen ist, der löst sich auf. Das Flugzeug, mit dem ich in Detroit ankam, ist direkt über die Stadt geflogen. Von oben war nichts zu sehen von der Zerstörung, alles wirkte nur irgendwie ausgestorben. Und ich dachte noch, so ist es ja immer an einem fremden Ort. Am Anfang sagt er einem nichts, aber nach einer Zeit kann man ihn mit anderen Augen sehen, und das ist ja das Schöne daran. Beim Rückflug war das anders. Ich hatte die Stadt zwar kennengelernt und auch ein paar ihrer Menschen, aber als ich wieder wegflog, hatte ich das Gefühl, ich würde sie darin zurücklassen.“ – Dawin Meckel

Produkt Info

Papierformat: 66 x 80 cm
Print: Fine Art Inkjet Print
Auflage: 10 + 2 AP
Signatur: signiert